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Die Begriffe ökologische Landwirtschaft oder biologische Landwirtschaft bezeichnen die Herstellung von Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die auf der Grundlage möglichst naturschonender Produktionsmethoden unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der Ökologie und des Umweltschutzes geschehen soll. (Vertiefende Informationen erhalten Sie im weiteren Verlauf dieser Seite)

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Wikipedia Veröffentlichung zu "Ökologische Landwirtschaft" (Stand November 09) Autoren.

Die Begriffe ökologische Landwirtschaft oder biologische Landwirtschaft bezeichnen die Herstellung von Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die auf der Grundlage möglichst naturschonender Produktionsmethoden unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der Ökologie und des Umweltschutzes geschehen soll. Die ökologische Landwirtschaft verzichtet auf den Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel, Wachstumsförderer, Mineraldünger und Gentechnik, wie sie in der konventionellen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Den Erzeugnissen der ökologischen Landwirtschaft sollen vor dem Verkauf als Bio-Lebensmittel keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder Farb- und Konservierungsstoffe zugefügt werden.

Im Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft ist die ökologische oder biologische Landwirtschaft rechtlich verpflichtet, im Ackerbau unter anderem auf chemische Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger und Grüne Gentechnik zu verzichten. Die ökologische Viehzucht unterliegt strengeren Auflagen als die konventionelle, wie dem Verbot einzelner Futtermittel und höheren Mindestanforderungen im Platzangebot für Tiere. Die Integrierte Landwirtschaft hat wie die ökologische einen gegenüber der konventionellen Produktion erhöhten Anspruch, umweltschonend zu wirtschaften, allerdings gelten dafür andere rechtliche Grundlagen.


Angesichts der sozialen, ökonomischen und vor allem ökologischen Folgen der chemisch-technischen Intensivierung der Landbewirtschaftung und der aufkeimenden Umweltbewegung gewann der ökologische Landbau in den 1970er und 1980er Jahren in der Gesellschaft und Landwirtschaft an Bedeutung. In der Folge wurden viele Verbände neu gegründet. Die immer stärker zutage tretenden Umweltprobleme und die seit den 1990er Jahren geführte Nachhaltigkeitsdiskussion führten dazu, dass sich die ökologische Landwirtschaft gesellschaftlich wie politisch als zukunftsfähiges, umweltschonendes Landbausystem etablierte.

Produktionsstandards

Die ersten ökologischen Produktionsstandards wurden Mitte des 20. Jahrhunderts von Anbauverbänden geschaffen. Die ersten gesetzlichen Verordnungen entstanden in den 1980er Jahren in Österreich und Frankreich. 1991 etablierte die EU mit 2092/91 ihre erste Verordnung. In den 1990er etablierten mehrere europäische sowie lateinamerikanische und asiatische (inkl. Japan) Länder gesetzliche Standards. Indien führte 2001, die USA 2002, China 2005, und Kanada 2006 (noch nicht umgesetzt) gesetzliche Standards ein. In der EU wurde eine überarbeitete Version am 1. Januar 2009 wirksam. Diese Standards werden auch in einigen nicht-EU-Staaten umgesetzt. Bisher haben 69 Länder gesetzliche Standards für ökologische Landwirtschaft implementiert, und 21 weitere Länder arbeiten daran. Weltweit gibt es knapp 500 Zertifizierungs-Organisationen. Davon sind 37% in Europa, 31% in Asien, und 18% in Nordamerika. Die Länder mit den meisten Zertifizierungs-Organisationen sind die USA, Japan, Südkorea, China und Deutschland. Die 2003 gegründete International Task Force on Harmonisation and Equivalence in Organic Agriculture bemüht sich um eine Harmonisierung der verschiedenen Richtlinien.

Bioverbände
Die Mehrzahl der ökologischen Produzenten haben sich in verschiedenen Anbauverbänden zusammengeschlossen wie in der Bundesrepublik Deutschland beispielsweise Bioland, Demeter, Naturland, Gäa e. V. oder Biopark, welche durch ihre im Vergleich zur EU-Gesetzgebung nochmals strengeren Bestimmungen und Kontrollen dem Verbraucher zusätzlich Produktsicherheit garantieren. In der Schweiz ist Bio Suisse der größte Anbauverband, in Österreich Bio Austria.
Einen weiteren großen Aufgabenbereich stellt die Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit dar. Zum einen informieren die Verbände die Verbraucher oder Unternehmen, zum anderen versuchen sie durch Mitsprache und Organisation in Politik und Gesellschaft ihre Mitglieder zu vertreten und die Rahmenbedingungen für den ökologischen Landbau mitzugestalten.
Des Weiteren stellt die Herausgabe und Weiterentwicklung von Richtlinien für Produktion und Verarbeitung, die Kontrolle auf deren Einhaltung und nachfolgender Zertifizierung sowie ggf. Sanktionierungsmaßnahmen bei Nichteinhaltung eine wesentliche Aufgabe der Verbände dar.

Ökologische Pflanzenproduktion
Bei der ökologischen Pflanzenproduktion wird auf Monokulturen und den Einsatz chemischer Syntheseprodukte, wie Fungizide, Herbizide und Insektizide, Kunstdünger, Wachstumsregulatoren und Antibiotika sowie gentechnisch veränderter Mittel und Produkte verzichtet. Stattdessen werden dem Boden nur durch Mist- oder Güllegaben und Gründüngung möglichst aus eigenen Mitteln Nährstoffe zugeführt und ökologische Verfahren zur Schädlings- und Unkrautbekämpfung genutzt (mechanisch durch gezieltes Striegeln oder thermisch durch Abflammen). Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln ist stark eingeschränkt. Neben Pflanzenpräparaten (wie Brennnesseljauche, Schachtelhalm-, Wermut-, Algenextrakte), Pyrethrumextrakt (ohne chemisch-synthetische Pyrethroide) oder Ölemulsion auf der Basis von Paraffinölen, Pflanzenölen oder tierischen Ölen (ohne Beimischung chemisch-synthetischer Insektizide) sind für manche Einsatzgebiete in begrenztem Umfang genau definierte anorganische Schutzmittel (etwa bestimmte Kupfersalze als Saatgutbeizmittel oder Netzschwefel als Fungizid) zugelassen. Zur Vermeidung von Krankheiten und Schädlingen werden bevorzugt bewährte und robuste Sorten angepflanzt, wobei für möglichst gute Wachstumsbedingungen gesorgt wird. Falls nötig und wenn möglich wird auf Methoden der biologischen Schädlingsbekämpfung zurückgegriffen.

Mittels spezieller Anbaumethoden wie Ecofarming oder Permakultur wird teilweise versucht, sich im Kulturanbau den Wachstumsmustern der Natur zu nähern, um mit möglichst geringem Fremdmitteleinsatz einen möglichst hohen Ernteertrag zu erzielen.

Ökologische Viehzucht
Die ökologischen Erwägungen begannen bei der Agrarwirtschaft, nach und nach wurden die Vorgaben auf die Viehzucht übertragen und diese in die ökologische Produktion miteinbezogen. Seit dem 1. Januar 2009 gilt die EU-Bioverordnung, worin die Prinzipien und spezifischen Kontrollmaßnahmen zur ökologischen Erzeugung von Fleisch und weiterverarbeiteten Tierprodukten enthalten sind. Der Prozess zur Einbeziehung der Viehzucht wurde durch den Druck der Verbraucher begünstigt, die ihrerseits durch die vielen alarmierenden Meldungen über Krankheiten und sonstige gesundheitsschädliche Vorgänge in der Nahrungsmittelindustrie aufgeschreckt wurden.

Die ökologische Viehwirtschaft basiert auf artgerechter Haltung, der Bevorzugung ökologischer Vielfalt, der Bevorzugung von Rassen, die sich ihrem Umfeld am besten angepasst haben, und der Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten; zudem ist einheimischen Rassen bei gleichen Voraussetzungen Vorrang einzuräumen. Es wird eine extensive Produktionsform vorgeschrieben. Der Zukauf von Futtermitteln ist reglementiert, die Verfütterung von Tiermehl und lange Lebendtransporte von Schlachtvieh über große Distanzen sind verboten, wobei in diesem Punkt signifikante Unterschiede zwischen EU-Öko-VO und den Anbaubetrieben bestehen (siehe Tabelle oben). Der Absatz der Erzeugnisse findet nach Möglichkeit unter den Gesichtspunkten eines regionalen Kreislaufs statt.

Anfang 2008 haben einige Futtermittelhersteller die Gesellschaft für oekologische Tierernährung e. V. (GOETE) gegründet.

Tierschutz
Die Bestimmungen schreiben Unterkünfte in genügender Größe, ausreichende Belüftung und Helligkeit vor. Die ökologische Viehzucht lehnt Massenzuchtmethoden zur Ertragssteigerung, wie die Aufzucht von Tieren auf engstem Raum, ständige Beleuchtung und weitere ausdrücklich ab.
Die Bewegungsfreiheit der Tiere muss in jedem Fall gewährleistet sein und die natürlichen Aktiv- und Ruhephasen müssen respektiert werden.
Die richtige Ernährung der Tiere basiert auf aus ökologischem Anbau stammenden Produkten. Tierproteine dürfen weder direkt, noch als Beimischung im Futter gefüttert werden. Bei Säugetieren ist die Einhaltung einer bestimmten Stillzeit vorgeschrieben.
Um die Tiere gesund zu erhalten soll gegen Infektionen und andere Krankheiten auf bestmögliche Weise vorgesorgt werden: Neben der Bevorzugung widerstandsfähiger Rassen müssen Faktoren wie ein an die Umweltbedingungen und baulichen Gegebenheiten angepasster Viehbestand und dessen ausgewogene Ernährung beachtet werden.
Sollten sich trotz vorbeugender Maßnahmen Gesundheitsprobleme ergeben, werden umgehend Behandlungsmaßnahmen eingeleitet, die die Anforderungen für Ökobetriebe erfüllen. Hierbei werden vorzugsweise pflanzliche oder homöopathische Mittel und Spurenelemente als Medikamente eingesetzt und der Gebrauch von synthetischen Chemieprodukten oder Antibiotika weitestgehend eingeschränkt. Letztgenannte Mittel dürfen in keinem Fall zu Vorbeugungszwecken eingesetzt werden.
Ausdrücklich verboten ist jede Form von wachstumsfördernden oder ertragssteigernden Mitteln. Außerdem werden Techniken abgelehnt, die der Synchronisierung der Fruchtbarkeitszyklen auf unnatürlichem Wege dienen, sowie die Übertragung von Embryos und gentechnische Veränderungen.
Zudem gibt es Vorschriften über den richtigen Transport der Tiere: der Stress für die Tiere muss auf ein Minimum reduziert werden; Beruhigungsmittel für die Transportdauer sind verboten.
Die einzelnen Anbauverbände und Markenfleischprogramme unter den verschiedenen Öko- und Bio-Siegeln unterscheiden sich jedoch in einigen Punkten deutlich voneinander, besonders hinsichtlich Verbot oder Zulassung betäubungsloser Kastrationen und Enthornungen der Tiere.

Kennzeichnung
Gekennzeichnet werden Bio-Lebensmittel in Deutschland verpflichtend durch Angabe der zuständigen Öko-Kontrollstelle, zusätzlich fast immer durch ein Bio-Siegel und häufig durch die Aufschrift aus kontrolliert biologischem Anbau, abgekürzt kbA. International ist die englische Bezeichnung organic üblich.

Folgeprodukte mit Zutaten aus ökologischem Anbau werden ohne Stoffe, die nach Gesetz als Geschmacksverstärker gelten, hergestellt. Es dürfen jedoch Zutaten verwendet werden, die von Natur aus reich an Geschmacksverstärkern sind. So kann Glutamat als Bestandteil von Hefeextrakt in ein Bio-Produkt kommen. Der Zusatz von Aromastoffen ist erlaubt, wenn es sich um natürliche Aromen handelt.

Lebensmittel
Genusswert
Da Geschmack immer subjektiv ist, kann es keinen objektiv überprüfbaren Maßstab für Geschmacksunterschiede zwischen ökologischen und konventionellen Lebensmitteln geben. Anhänger der ökologischen Landwirtschaft sind im Allgemeinen davon überzeugt.

Gesundheitliche Aspekte
Bei einem Fütterungsversuch wurden bei mit ökologisch erzeugter Nahrung gefütterten Ratten weniger perinatale Todesfälle und eine schnellere Gewichtszunahme der Mutter nach der Geburt verzeichnet. Bei Säuglingen, die in ihren ersten beiden Lebensjahren mit biologischen Milchprodukten gefüttert wurden, und deren stillende Mütter ebenfalls biologische Milchprodukte zu sich nahmen, konnte ein geringeres Risiko von Ekzemerkrankungen festgestellt werden. Diese Wirkung war für 64 % der untersuchten Säuglinge zu verzeichnen.

Laut einem Review der University of London von relevanten Studien der letzten 50 Jahre gibt es hingegen seit 50 Jahren keine Belege für die Auffassung, dass ökologisch erzeugte Lebensmittel gesünder seien als konventionelle.

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln
In Deutschland untersucht das Monitoring-System für Obst und Gemüse im Naturkosthandel Bio-Obst und -Gemüse systematisch auf Belastungen mit Pflanzenschutzmitteln. Eine Analyse von drei großen amerikanischen Datenbanken zeigt, dass ökologisch erzeugte Nahrungsmittel geringere Rückstände enthalten als konventionelle, typischerweise etwa ein Drittel.

Dabei muss bedacht werden, dass selbst die Rückstände bei konventionell erzeugten Nahrungsmitteln zu gering sind, um eine Gesundheitsgefahr darzustellen. Bei einer Analyse durch die dem amerikanischen Gesundheitsministerium untergeordneten Behörde FDA von 38 Pflanzenschutzmitteln in einem aus 285 Nahrungsmitteln bestehenden Warenkorb zeigte sich, dass die Aufnahme von Rückständen von 34 Pflanzenschutzmitteln unter 1% (und 4 Pestiziden unter 5%) der Erlaubten Tagesdosis liegen. Mit anderen Worten nimmt ein Amerikaner durchschnittlich 10.000 mal weniger Pflanzenschutzmittel zu sich, als die toxische Dosis bei der empfindlichsten Versuchstierart beträgt. Zweitens besteht chemisch kein Unterschied zwischen synthetischen und natürlichen (d.h. von der Pflanze synthetisierten) Pestiziden. Eine Analyse von 52 natürlichen Pestiziden ergab, dass 27 davon karzinogen wirken können und in vielen gewöhnlichen Nahrungsmitteln enthalten sind. Beispielsweise enthält eine Tasse Kaffee etwa die Dosis an Karzinogenen, welche in Form von Rückständen synthetischer Pflanzenschutzmittel in konventionell erzeugter Nahrung im Laufe eines Jahres typischerweise aufgenommen werden.

Pflanzenstoffe
Ein Review von 41 veröffentlichten Studien ergab, dass ökologisches Obst, Gemüse und Getreide durchschnittlich 27% mehr Vitamin C, 21% mehr Eisen, 29% mehr Magnesium, 14% mehr Phosphor, und 15% weniger Nitrate als die konventionelle Vergleichsgruppe enthielt. Eine andere Studie zeigte, dass ökologisch erzeugte Tomaten höhere Gehalte von drei Flavonoiden aufwiesen als konventionell erzeugte, wofür vor allem der geringere Stickstoffgehalt des ökologisch bewirtschafteten Bodens verantwortlich sei.

Weitere Studien verweisen jedoch auch auf den höheren Gehalt gesundheitsschädlicher Pflanzenstoffe in ökologisch erzeugten Nahrungsmitteln. Andere Studien konnten keine Unterschiede im Nährstoffgehalt zwischen konventionell und ökologisch erzeugten Lebensmitteln finden.

Ob Unterschiede in den Pflanzenstoffkonzentrationen zwischen ökologischen und konventionellen Lebensmitteln tatsächlich eine Auswirkung auf die menschliche Gesundheit haben, bedarf weiterer Untersuchung. Denn aus der Messbarkeit einzelner Nährstoffe im Labor lassen sich noch keine Rückschlüsse auf die gesundheitlichen Wirkungen für den menschlichen Organismus ziehen. Hier spielen auch die Angebotsvielfalt und das Ernährungsverhalten des Verbrauchers eine Rolle. Ein höherer Gehalt an Antioxidantien könnte einerseits das Krebsrisiko verringern. Auf der anderen Seite besteht bei ökologisch erzeugten Produkten die Gefahr, dass diese höhere Dosen von schädlichen Pflanzengiften enthalten, wenn die Pflanze aufgrund der Nichtverwendung von effektiven Pflanzenschutzmitteln einem höheren Schädlings- und Krankheitsbefall unterliegt.

Das Review der University of London kam zu dem Schluss, dass es zwischen ökologisch und konventionell produzierten Nahrungsmitteln keine gesundheitsrelevanten Unterschiede im Nährstoffgehalt gibt.

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