Haustechnik
Den Begriff Haustechnik verwenden wir hier für alle technischen Eirichtungen in Zusammenhang mit der Strom- und Wasserversorgung, der Beleuchtung der Klimasteuerung, der Entsorgung aller Abfallprodukte sowie von Sicherheitseinrichtungen.
In Abgrenzung zur Versorgungstechnik verwenden wir den Begriff Haustechnik in Zusammenhang mit kleineren Wohngebäuden. (Vertiefende Informationen erhalten Sie am Fuße dieser Seite)
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Wikipedia Veröffentlichung zu Versorgungstechnik (Stand Juni 2010) Autoren.
Unter Versorgungstechnik fasst man heute alle technischen Maßnahmen zusammen, die in Räumen und Gebäuden, aber auch Betriebsstätten und öffentlichen Einrichtungen der energetischen (Heizung, Beleuchtung) und stofflichen (Wasser, Luft) Versorgung bzw. der Entsorgung aller Abfallprodukte (Abwasser, Müll) gelten. Der Zweck ist, das Gebäude für die Bewohner und Nutzer „benutzbar“ zu machen und verschiedene Sicherheitsaufgaben zu erfüllen. Einerseits sind damit üblicherweise notwendige Ausstattungsmerkmale wie Kanalisation, Stromversorgung oder Beleuchtung gemeint. Andererseits umfasst der Begriff der Haustechnik aber auch alle zusätzlichen Anlagen, die zur Automatisierung von Arbeitsvorgängen in Gebäuden eingesetzt werden.
Die Begriffe Haustechnik, Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Gebäudetechnik oder Versorgungstechnik beschreiben alle dasselbe Themengebiet. Eine genaue Abgrenzung der Begriffe ist nur schwer möglich. Der Begriff Versorgungstechnik schließt dabei nahezu alle Gebäudetypen ein, insbesondere Nichtwohngebäude und Industrieanlagen. Mit Haustechnik und Gebäudetechnik werden eher Anlagen in kleineren Gebäuden, insbesondere Wohngebäude mit einer oder mehreren Nutzungseinheiten bezeichnet.
Die HOAI unterteilt die technische Gebäudeausrüstung in sechs Anlagengruppen:
1. Gas-, Wasser-, Abwasser- und Feuerlöschtechnik (GWA)
Zu diesem Bereich zählen alle Anlagen und Einrichtungen für
Sanitärtechnik mit Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung
Druckluft / Staubsauganlagen
Schwimmbadtechnik
Löschanlagen (Hydrantenanlagen, Sprinkleranlagen, Schaumlöschanlagen, Gaslöschanlagen, u. a.)
2. Wärmeversorgungs-, Brauchwassererwärmungs- und Raumlufttechnik (WBR)
Zu diesem Bereich zählen alle Anlagen und Einrichtungen für
Heizung und Kälte
Warmwasserbereitungsanlagen und Thermische Solaranlagen
Wärmepumpen, BHKW
Klima-, Lüftungs-, Entlüftungs-, Entrauchungsanlagen
Prozesslufttechnische Anlagen
Kälte- und Kühltechnik, Kühldecken
3. Elektrotechnik (ELT)
Zu diesem Bereich zählen alle Anlagen und Einrichtungen für
Starkstromanlagen (Mittel- und Niederspannung)
Eigenstromversorgungsanlagen (Notstrom)
Niederspannungsschaltanlagen
Niederspannungsinstallationen
Blitzschutz- und Erdungsanlagen
Beleuchtungs- und lichttechnische Anlagen, Notbeleuchtung
Fernmelde- und Informationstechnische Anlagen („Schwachstrom“) darunter zählen insbesondere Nachrichtentechnik und Sicherheitstechnik
Medientechnik
Nachrichtentechnik
Haustelefon, Haussprechanlage
Lautsprecheranlage (ELA), Durchsageanlage (PA)
Antennenanlage
Computernetzwerke zur Verbindung von PCs und zur Telefonie
Funksysteme zur Gebäudeautomatisierung
Sicherheitstechnik
Gefahrenmeldeanlage
Blitzschutzanlage
Brandschutztechnik (im Gegensatz zu baulichem Brandschutz)
Hausalarm
Zutrittskontrolle
Gebäudeautomation
4. Aufzug-, Förder- und Lagertechnik (AFL)
Zu diesem Bereich zählen alle Anlagen und Einrichtungen für
Personen- und Lastenaufzüge
Rolltreppen und Fahrsteige
Rohrpostanlagen
Krananlagen und Hebebühnen
5. Küchen-, Wäscherei- und chemische Reinigungstechnik
Zu diesem Bereich zählen alle Anlagen und Einrichtungen für
(Groß-)Küchentechnik
Wäscherei- und Reinigungsanlagen
Wäscheabwurfanlagen
Medizin-, Labor- und badetechnische Anlagen
Eissportflächen
Bühnentechnik, Tankstellen- und Waschanlagen
Müll- und Papierabwurfanlagen
6. Medizin- und Labortechnik
Darüber hinaus müssen die Disziplinen wie Akustik und Schallschutz und Baukonstruktion und Brandschutz bei der Planung gewerkeübergreifend berücksichtigt werden. Durch die momentane Klimadebatte gewinnen Begriffe wie Energiewirtschaft und Erneuerbare Energien immer mehr an Bedeutung. Bauphysik, Thermodynamik und Strömungslehre liefern die wissenschaftliche Basis für Forschung, Entwicklung und Planung neuer Gebäudekonzepte.
Geschichte
Die Gebäudetechnik ist keine Erfindung der neueren Zeit, bereits in frühesten Wohngebäuden/Hütten sind erste Ansätze technischer Ausstattung zu finden. Bereits in der Antike war die Gebäudetechnik auf hohem Niveau angelangt, so denke man z. B. an die Wasserversorgung mit Hilfe von Aquädukten und Leitungssystemen (Bleirohre) oder die schon bei den Kretern entwickelte Warmluft-Fußbodenheizung mit Hypokausten.
Heute
Da die moderne Gebäudetechnik immer aufwändiger wird, ist ein immer größeres Fachwissen zu den einzelnen Sparten der Gebäudetechnik nötig. Deshalb werden die einzelnen Teilgebiete der Gebäudetechnik bei größeren Bauprojekten überwiegend an sogenannte Fachplaner oder Projektanten zur Werkplanung vergeben. Der Architekt übernimmt dabei nur noch die Koordination, sowie die Abnahme der einzelnen Planungsleistungen.
Für den Bereich der öffentlichen Verwaltungen in Deutschland gibt der Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen (AMEV) Empfehlungen zu Planung, Bau und Betrieb der Technischen Gebäudeausrüstung (Haustechnik) heraus.
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