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Städte / Regionen


Als Region bezeichnen wir hier einen geographischen Raum, der eine Stadt, eine Kommune oder auch ein weniger scharf eingegrenztes Gebiet sein kann. Sie kann sowohl innerhalb einer politischen Grenzziehung liegen, als auch diese überschreiten bzw. auflösen. (Vertiefende Informationen erhalten Sie im weiteren Verlauf dieser Seite)

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Wikipedia Veröffentlichung zur Region (Stand Januar 2011) Autoren.

Region ist ein Abschnitt des geographischen Raums. Die Region ist das zentrale Untersuchungsobjekt der regionalen Geographie beziehungsweise der regionalgeographischen Zweige der Teilgebiete der allgemeinen Geographie.

Der Begriff Region
Im Gegensatz zu territorialen Gebieten wie Gemeinden, Ländern, Nationalstaaten usw., die allgemein mit bestimmten festgelegten – politischen – Grenzen der Verwaltungsgliederung assoziiert werden, ist eine Region freier (und insbesondere auch weniger scharf eingegrenzt) definierbar. Dabei kann sie sowohl innerhalb einer politischen Grenzziehung liegen (sektoral-differenzierend), als auch diese überschreiten bzw. auflösen (transnational-integrierend).
Tatsächlich zeigt die historische Geographie aber, dass Städte, Länder, Nationen genauso frei definierte Gebiete sind und sozialgeographisch betrachtet Nationen genauso unscharf vom Staaten-Konzept überlagert sind.
Aufgrund dieser Geschmeidigkeit wird der Begriff heute gerne herangezogen, wenn es um die Planung und Gestaltung neuer Siedlungs- und Wirtschaftsstrukturen geht. Das geht insbesondere vom Konzept des Europa der Regionen aus (EUREGIO, INTERREG), oder es wird z. B. von Modellregionen gesprochen, wenn es um die Initiierung einer nachhaltigen Regionalentwicklung geht.

Verwirrung um den Begriff gibt es durch das englische Wort region, das viel spezifischer auch auf politische Gebilde angewendet wird, während dem deutschen Wort noch die starke Konnotation zum Begriff Landschaft, der im Sinne der Geographie nur einen Typus von Region darstellt, anhaftet (wobei das Wort „Landschaft“ selbst ursprünglich institutionell besetzt ist, und erst im Laufe der Neuzeit auf den Begriff Gegend übergeht). Italienisch regione entspricht überhaupt einer Verwaltungsgliederung über dem Begriff provincia (siehe Italien) – daher können sich auch hier durch Übersetzung Missverständnisse ergeben.

In topografisch stark gegliederten Räumen decken sich landschaftliche, kulturelle und politische Regionen meist heute noch (etwa Täler–Talschaften–Gemeindegebiete), und auch die heutige politische Grenzziehung der Staaten folgt vornehmlich orografischen Linien (Flüsse, Wasserscheiden). In diesem Sinne stellt ein modernes Regionenkonzept einen Oberbegriff über Strukturen in natürlichen und anthropogenen, politischen und kulturellen geografischen Räumen dar.

Aspekte und Intentionen
Funktional lässt sich eine regionale Eingrenzung immer mit einer Intention verknüpfen, die einen bestimmten Aspekt in den Vordergrund stellt; naturräumlich-geographische, kulturhistorische, ökologische, soziale und ökonomische Aspekte werden dabei unterschiedlich gewichtet und kombiniert. So werden z. B. Wirtschaftsregionen primär aus sozio-ökonomischer Perspektive mit dem Ziel definiert, Wertschöpfungspotenziale besser zu nutzen und Arbeitsplätze zu schaffen.
Die folgende Unterteilung will die Vielfalt an Intentionen für regionale Eingrenzungen anhand dieser Aspekte überschaubar strukturieren und nachvollziehbar machen. Die Einordnung der Regionen geschieht unter der Annahme, dass der entsprechende Aspekt für die jeweilige Intention die bedeutsamste Rolle spielt; z. B. Wirtschaftsregionen unter "Ökonomisch definierte Regionen". Die anderen Aspekte werden ebenso in ihrer Bedeutung erfasst und dienen manchmal als Anker für kritische Reflexionen. So kann die primär ökonomische Intention bei einer Wirtschaftsregion aus ökologischer und sozialer Perspektive Kritik hervorrufen (Zerstörung von Landschaften, Migrationsströme, Besiedlungsdichte usw.).

Verwaltungspolitisch definierte Regionen, Planungs- und Raumordnungsregionen
Verwaltungseinheiten wie die Regionen Frankreichs, die Regionen Schottlands, die Region Hannover oder die Städteregion Aachen werden politisch willkürlich definiert. Diese innerstaatliche Verwaltungsgliederung ist Untersuchungsgebiet der politischen Geographie.

Daneben gibt es ein System an verschiedenen statistischen Regionen, in der Europäischen Union etwa die NUTS-Regionen.

Planungsregionen und Raumordnungsregionen bestehen oft aus einer NUTS-2- oder NUTS-3-Region oder aus einem Verbund mehrerer NUTS-3-Regionen und dienen der Regionalplanung und Raumordnung. In einigen Fällen besitzt eine Planungsregion eine vom Volk gewählte Vertretung, etwa die Region Stuttgart.

Auch die Entwicklungsregionen, wie die des LEADER-Programms, oder Großverbände wie die Alpenkonvention sind Zusammenschlüsse von Gemeinden oder Bezirken zu einer Region. Dezidiert auf kommunale Zusammenarbeit ausgerichtet sind die grenzübergreifenden Regionen des INTERREG-Konzepts.

Zusammenschlüsse auf supranationaler Ebene sind Konzepte wie die ASEAN (Verband Südostasiatischer Nationen) oder NAFTA (Nordamerikanische Freihandelszone), in denen sich Staaten einer Großregion der Erde zu einem Interessensverbund organisieren.

Naturräumlich-geographische Regionen
Bei den Naturräumen stehen geomorphologische, geologische, hydrologische und bodenkundliche Kriterien im Vordergrund, um zum Teil grenzübergreifende Gebietseinheiten anhand bestimmter Merkmale zu definieren (Physische Geographie mit ihren Teilfächern). Sie werden zudem in ihrer kulturhistorischen Bedeutung erforscht, also ihre Siedlungsgeschichte in der Siedlungsgeographie, ihre verkehrstechnischen Aspekte (Verkehrsgeographie) und bei der Zuordnung von Naturschutz- (s. Ökologisch definierte Regionen) und Tourismuskonzepten (Tourismusgeographie) verwendet.

Geologische Regionen


Die geologischen Provinzen oder Großregionen der ErdeIn der Geologie findet sich nach Coffin und Eldholm (1992) eine Einteilung in geologische Provinzen, die Schilde, Kontinentalplatten und -Schilde, Orogene und Bergländer, Becken und kontinentale Erdkruste sowie Large Igneous Provinces (LIP) umfasst.

Daneben finden sich zahlreiche andere Regionalisierungen des tektonischen, geophysikalischen und petrologischen Aufbaus der Erdkruste, etwa durch physikalisch-geologische Exploration des Untergrunds oder die Untersuchung von Störungszonen oder gesteinskundlichen Aufschlüssen an der Erdoberfläche.

Kulturhistorisch und sozial definierte Regionen
In den Natur- und Humanwissenschaften gibt es eine historisch gewachsene Kontinuität regionaler Begriffe. Sie dienen als grobe geographische Markierung zur Rekonstruktion bedeutsamer Phasen der Menschheitsgeschichte. So haben sich etwa zur Erforschung der neolithischen Revolution Begriffe wie Levante und Fruchtbarer Halbmond etabliert.

Regionen können auch durch soziokulturell gewachsene Bindung wie Sprachen, Dialekte oder eine Regionale Küche definiert sein. (Kulturgeographie)

Ökologische, ökonomische und soziale Perspektiven führen zu ergänzenden Fragestellungen und bilden das gesamte Bedeutungsspektrum der Region ab. So ist aus ökologischer Sicht der langfristige Einfluss unserer kulturellen Schaffensprozesse auf Landschaft und Naturraum interessant, um nachhaltige Bewirtschaftungsformen entwickeln und bewahren zu können (Bodenbearbeitung, Wasserwirtschaft, Siedlungsbau,...). Wirtschaftshistorisch wird nach Struktur und Umfang alter Währungs- und Handelssysteme gefragt (Geldwesen, Handelswege, Prosperität,...), und Soziologen suchen Hinweise auf politische Strukturen und sozialem Habitus alter Ethnien (politische Ordnung, Sprache, Kleidung, Zusammenleben...).

Weitere Beispiele können aus den obigen naturräumlich-geographischen Regionen gewonnen werden.

Ökologisch definierte Regionen
Im Zusammenhang mit der Umsetzung lokaler Agendaprogramme gibt es vereinzelte Bestrebungen und Initiativen zur Gestaltung von Ökoregionen. Hier stehen viele Aspekte nebeneinander: Ökologische Landwirtschaft, Förderung regionaler Wertschöpfungsketten und des Tourismus, Schaffung einer ausreichenden Beschäftigungsstruktur, Einsatz sanfter Technologien, sowie die Bewahrung von Vielfalt und damit Steigerung der Lebensqualität.

Ein weiteres Beispiel ist der Ruf nach gentechnikfreien Regionen, um die Risiken des Einsatzes gentechnisch veränderten Saatgutes ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen. Hier wird das Spannungsfeld sozialer, ökologischer und ökonomischer Aspekte besonders deutlich; ernährungsphysiologische Fragen und Sorge um biologische Vielfalt stoßen auf wirtschaftspolitische und profitorientierte Interessen.

Ökonomisch definierte Regionen
Im Zuge der weltwirtschaftlichen Herausforderungen werden heute bestimmte Wirtschaftsregionen definiert. Hierbei untersucht man wirtschaftsgeographische Themen in Kontext anderer geographischer Aspekte.

Aus regionalökonomischer Sicht geht es entweder um die Förderung strukturschwacher Randregionen oder wirtschaftlicher Problemzonen, etwa über Strukturfonds.

Bei letzteren bilden oft Ballungsgebiete einen Kern, um den herum ein wirtschaftspolitisch interessantes Umland definiert wird. Die wirtschaftliche Globalisierung verstärkt den Druck auf einzelne Länder sich umzustrukturieren. So wurden in Deutschland 1995 auf der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) elf europäische Metropolregionen vorgeschlagen; sie sollen als „Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung … die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit Deutschlands und Europas erhalten“. Die Betonung auf „Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit“ offenbart allerdings die primär ökonomische Intention, und geht auch an den eher dezentral strukturierten Wirtschaftsformen anderer EU-Mitglieder vorbei: In den wirtschaftlich kräftigsten Staaten wie Finnland, Österreich oder Irland etwa sind nicht die Ballungszentren die Wirtschaftsmotoren.

Während die Europaregionen eher einer übergeordneten Wirtschaftspolitik zuzuordnen sind, setzt das Konzept Europa der Regionen eher auf Eigenständigkeit. Man verspricht sich davon eine effektivere und effizientere regionale Verwaltung mit mehr Sachkompetenz und Bürgernähe, eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Infrastrukturen der Regionen und die Verwirklichung der Grundsätze der Subsidiarität. Zur Umsetzung eigenständiger Regionalentwicklung wird auch der Einsatz von Regionalwährungen erprobt und diskutiert.

Seit den 90er Jahren haben die regionalen Disparitäten in den EU-Beitrittsstaaten zugenommen. Nur zwei Regionen in den neuen Mitgliedstaaten erreichen ein Pro-Kopf-Einkommen, das über dem EU-Durchschnitt liegt: Prag und Bratislava/Slowakei. Nur vier liegen über 75 % desselben (Slowenien und die Kozep-Magyarorszag Region in Ungarn). Die anderen Regionen rangieren zwischen 33 % und 64 %. In den meisten Staaten lassen sich eine Differenzierung zwischen Zentrum und Peripherie und zwischen Ost und West feststellen.1

Begriffsfeld der Regionalbezeichnungen
Andere Bezeichnungen für Regionen leiten sich etymologisch ab aus unterschiedlichen Thematiken:

1.Grenzziehungen und politischen Herrschaftsstrukturen (Verwaltungsgliederung)
Distrikt zu lat. distringere, „beanspruchen, festnehmen“
Exklave, Enklave (von französisch en-/exclaver zu lat. clavis „Schlüssel“, vergl. Klause (Engpass) zu claudus „verschlossen“)
Gebiet von gebieten
Gegend (nhd., frühestens mhd., Lehnbildung zu contrata regio „das gegenüberliegende Gebiet“, vergl. Country)
lant: Landschaft, historisch zu -schaft, „das Verfasste“, heute vorrangig auf Naturräume beschränkt
mark (germ.), „das Abgegrenzte“ (vergl. Marke „Zeichen“, Markierung): historisch marchia, Mark, insb. Grenzmark (mittelalterliche Herrschaft des Grenzgrafen); Gemarkung (Flurstücke); Feldmark (gemeine Mark) „gemeinschaftlich genutztes Land“
provincia ‚Zuständigkeitsbereich eines Amtes‘, dann speziell die territoriale Kompetenz: Provinz
regio lat. „einem Regenten unterstehend“ (zu lateinisch rex „König“): Region
rîhhi (germ., ahd.): Reich, „das einem Herrscher zustehende, einem Herrscher unterstehend“
2.der Erd- bzw. Geländebeschaffenheit
Areal verwandt mit arid, irden, trocken
Feld, verwandt mit flach, plan, Plaster
Land: Landschaft, Landstrich
lateinisch terra „Erdbereich“: Territorium (heute politisch besetzt), Terrain „Geländeabschnitt“, (speziell)
Revier (aus dem romanischen/mittellat., vergl. ital. riviera, span. ribera, provenzal ribeira, franz. rivière, zu lat. riparia „Ufergelände, Ufergegend“)
3.Bewirtschaftungsweisen
Acker, (noch heute ackern)
Trift, (treiben)
4.menschlichen Aktionen
recken, strecken, reichen: Bereich
sprechen: Kirchspiel
sehen: Bistum
geben, greifen: Umgebung
5.Raumbezeichnungen analog zur Geometrie:
Viertel, Sektor (lat. „das (heraus) Geschnittene“)
Ecke („Eck“), Winkel (ahd. winkil, mhd. winkel „das Ein-“ oder „Herausspringende (Gebiet)“, zu Winkel
Kreis (ahd. creiჳ (chreiჳ), mhd. kreiჳ „das Umfeld (eines Mittelpunkts)“)
Bezirk (lat. circulus „Kreis“)
vergl. auch lateinisch orbis in derselben Bedeutung
6.aus einer sonstigen Metaphorik
Zone (griechisch „Gürtel“)
7.unklarer Herkunft ist:
Gau „Landstrich“ (schon ahd.), auch Gäu
Kanton (aus dem frz. oder ital., wohl zu Centenarius, Zentgraf, bzw. Centena, dessen Gerichtsbezirk)

Abgrenzung von Regionen
Gängig zur Abgrenzung von Regionen sind zwei Kriterien, das Homogenitätskriterium und das Funktionalitätskriterium.

Bei ersteren werden Gebietseinheiten zu homogenen Regionen zusammengefasst, welche einander in bestimmten Indikatoren sehr ähnlich sind. Beispiele für solche Indikatoren sind u. a. die Arbeitslosenquote, Einkommensniveau oder hohe bzw. niedrige Beschäftigungsanteile bestimmter Wirtschaftszweige. Nach dem Funktionalitätsprinzip werden Gebietseinheiten zusammengefasst, welche miteinander nach bestimmten Indikatoren in besonders enger Verbindung bzw. wechselseitiger Abhängigkeit stehen. Beispiele für die Abgrenzung solch einer Region sind Pendlerverflechtungen oder Lieferverflechtungen.

Beide Abgrenzungsprinzipien unterliegen in der Praxis teilweise aber den Einschränkungen der amtlichen Statistik bzw. der generellen Verfügbarkeit entsprechender Daten. Aus diesem Grunde stellt die Gliederung nach dem Verwaltungsprinzip eine weitere Möglichkeit dar. Hierbei sind die Regionen administrative Einheiten wie z. B. Länder oder Gemeinden, welche durch spezifische sozi-institutionelle Strukturen geprägt sind. Dadurch können auch Planungsregionen entstehen, deren Abgrenzung sich aus Planzielen wie bspw. dem Aufbau Ost ergibt. Die Verwaltungs- oder Planungsregionen werden oftmals, bei der Regionsabgrenzungen nach dem Homogenitäts- oder Funktionalprinzip, als administrative Einheiten zu Grunde gelegt, da es zuverlässige statistische Daten in der Regel nur auf dieser Basis gibt.

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