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Werkzeuge


Ein Werkzeug ist ein Hilfsmittel, um auf Gegenstände (Werkstücke oder Materialien im weitesten Sinne) mechanisch einzuwirken.
(Vertiefenden Wikipedia-Text sowie Autorenangaben finden Sie am Fuße dieser Seite).

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Wikipedia Veröffentlichung zum Stichwort „Werkzeug“
(Stand: November 09) Autoren.

Zum Begriff
Das Wort ‚Werkzeug‘ tritt ab dem 12. Jahrhundert auf. In einigen Kontexten werden Werkzeuge auch als Instrumente bezeichnet, (z. B. chirurgische Instrumente, Beobachtungsinstrumente), hier bürgert sich auch das englische Wort Tool ein. Für die Ausrüstung, den für eine Aufgabe notwendigen Satz an Werkzeug, ist auch Instrumentarium, oder als Sammelbegriff der Apparat, und der englische Ausdruck Equipment in Gebrauch. Veraltet steht auch das Rüstzeug (vergl. Rüstung), zu Zeug, dem Wort für „Sächliche Konkreta“, das auch in ‚Werkzeug‘ steckt, und zahlreichen altertümlicheren und fachsprachlichen Ausdrücken für Werkzeugsätze diverser Fachgebiete. ‚Zeug‘ selbst ist mit engl. toy ‚Spielzeug‘ verwandt.

Werkzeuge sind – im Unterschied zum Gerät – meist einfache Maschinen, also Vorrichtungen, die auf grundlegenden Prinzipien der Kräftelehre aufgebaut sind. Typische Formen der mechanischen Einwirkung sind etwa Halten, Bewegen, oder Umformen, Durch-/Abtrennen, Verbinden und andere Vorgänge, die man unter dem Begriff Fertigungsverfahren zusammenfasst.

Ein weiterer Definitionsumfang umfasst Hilfsmittel jeglicher Art. Hierzu würden etwa auch Messwerkzeuge gehören, aber auch etwa ein mathematischer Formelsatz oder ein numerisches Modell, oder eine Fähigkeit. Im diesem Sinne kann das Werkzeug als Optimierung oder Erweiterung einer Vorhanden, oder Ersatz einer fehlenden körperlichen oder geistigen Funktion interpretiert werden: Ein Hammer ist die Erweiterung der Faust, eine Pinzette zweier Finger, ein Kran des Arms, ein Speichermedium des Gedächtnis. Im allgemeinsten Sinne steht Werkzeug für „Mittel zum Zweck“, dann auch für Personen und Vorgänge im abstrakten Sinne.

Die Lehre von den Werkzeugen und ihrer Anwendung ist die Technologie. Auch dieser Begriff kann über Technik hinausgehend allgemein gemeint sein (Informationstechnologie).

Einzelne Fachgebiete
Technik
Die Bearbeitung eines Werkstücks erfolgt durch ein Werkzeug, das aber wiederum durch ein Tier, einen Menschen oder eine Maschine geführt werden muss. Eine Maschine, die eigenständig eine Bearbeitung ausführt, kann also nicht als Werkzeug bezeichnet werden, wobei sich die Begrifflichkeiten überlappen, denn eine komplexe Maschine kann durchaus als Werkzeug eingesetzt werden.

Im Einzelnen steht der Begriff Werkzeug für
Handwerkzeuge (z. B. Hammer, Feilen, Schraubendreher),
in Press- oder Walzwerken und Stanzereien verwendete Formwerkzeuge (z. B. Münzstempel, Guss- oder Pressformen),
in Werkzeugmaschinen eingesetzte Bearbeitungswerkzeuge (z. B. Schneidwerkzeuge: Fräser, Bohrer),
die Gesamtheit der Werkzeuge, die für eine Verrichtung gebraucht werden (z. B. das Werkzeug des Tischlers),
in der Informatik eingesetzte Software zum Erstellen, Verwalten oder Prüfen anderer Software (z. B. Compiler, Versionsverwaltung, Debugger), auch als Softwarewerkzeug bezeichnet,
in der Wirtschaftsinformatik als routinemäßig anwendbare, häufig als Software implementierte Methode (z. B. Analysemethode, Entwurfsmethode, Evaluierungsmethode) oder Technik (z. B. Kreativitätstechnik, Netzplantechnik, Szenariotechnik) zur Lösung eines Problems.
In Informatik und Wirtschaftsinformatik in neuerer Zeit weit verbreitet ist die Bezeichnung Werkzeugkette (toolchain) als eine Menge interagierender, vernetzter Werkzeuge verschiedener Funktionalität zur Lösung eines Gesamtproblems in einem durchgängigen Arbeitsfluss zur Verbesserung von Wirksamkeit (Effektivität) und Wirtschaftlichkeit (Effizienz) des Problemlösungsprozesses. Im Unterschied dazu: Werkzeugkasten (toolbox).

Humanwissenschaft
Um die Gesamtheit der Mittel und Hilfsmittel beim Lernen zu bezeichnen, hat sich in der Pädagogik/Erziehungswissenschaft der Begriff des Lernwerkzeugs durchgesetzt. Im Unterrichtsalltag kommen Lernwerkzeuge in Form von Heften, Füllern, Radiergummis, Linealen, Taschenrechnern und Computerprogrammen (z. B. elektronische Nachschlagewerke) etc. vor. Sie sparen Zeit, Material oder erledigen immer gleiche Abläufe. Gute Lernwerkzeuge helfen und sorgen für eine Arbeitserleichterung und tragen auch zu einer Unterstützung wichtiger Lernaktivitäten bei.

Recht
Auch die Rechtswissenschaft kennt den Begriff des Werkzeugs. So kann bei Begehen einer Straftat das Verwenden oder Beisichführen eines Werkzeugs ein qualifizierendes Tatbestandsmerkmal oder einen besonders schweren Fall (Regelbeispiel) darstellen (vgl. etwa Gefährliche Körperverletzung, Schwerer Raub, Besonders schwerer Fall des Diebstahls). Das Tatbestandsmerkmal ist inhaltlich nicht deckungsgleich mit dem umgangssprachlichen Werkzeugbegriff, ja kann sogar je nach Tatbestand einen unterschiedlichen Inhalt haben. Bisweilen wird von der Strafrechtswissenschaft auch der Vordermann bei der mittelbaren Täterschaft als (Tat-)Werkzeug bezeichnet. Im Staatshaftungsrecht schließlich hat die Rechtsprechung eine sog. Werkzeugtheorie entwickelt, nach der sie beurteilt, wann der Staat für die Fehler von beauftragten Privatunternehmern nach Amtshaftungsgrundsätzen haftet.

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